Startseite Termine Für Gäste Land-und Forstwirte Naturführer LIFE - NATURA 2000 Weidesysteme Auerhuhn Webcam Landkarte Naturerlebnis Schulen Feuereinsatz Panoramen Downloads Informationstafeln Auwälder an Fließgewässern Hofläden Zustiftung Spenden Wald Niederwälder Moore Borstgrasrasen Projektfilm


Je größer die Links,
umso mehr Artikel sind zu dem Thema vorhanden!


Termine - Was LIFEt am Rohrhardsberg?

Bereisung durch Vertreter der EU-Kommission

Die Aufgabe, vor der das Naturschutz- und Landschaftspflege-Referat des Regierungspräsidiums Freiburg steht, ist nicht einfach zu schultern: Am Rohrhardsberg leitet der stellvertretende Referatschef Dr. Bernd-Jürgen Seitz als Projektleiter ein durch die EU-Kommission gefördertes Maßnahmenbündel, um Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu entwickeln, zu vernetzen und zu optimieren. Von 2006 bis 2011 wurden insgesamt 1,9 Millionen Euro in mehreren Teilprojekten ausgegeben. Auf fünf Jahre sind die Maßnahmen verteilt, die der Entwicklung von Lebensraumtypen wie Borstgrasrasen und dem Schutz beispielsweise von Auer- und Haselhühnern dienen.

Jetzt machten sich Vertreter der EU-Kommission vor Ort ein Bild von begonnenen und projektierten Maßnahmen. Und Frank Vassen, Koordinator der LIFE-Natur-Projekte der Europäischen Union, lobte den integrativen und ganzheitlichen Projektansatz am Rohrhardsberg. Darin, so Vassen während der Bereisung im Gebiet zwischen dem Elztal und dem Schwarzwald-Höhenzug zwischen Schonach und Gütenbach, liege aber auch die Problematik des ehrgeizigen Vorhabens. Die Koordination von insgesamt 15 am Projekt beteiligter Institutionen, Behörden, Verbänden, Stiftungen, Kommunen und privater Beteiligter sei anspruchsvoll und zeitintensiv.
Trotzdem habe die EU-Kommission das Vorhaben unterstützen wollen. Der Ansatz, eine große Gebietskulisse zu wählen, um hier Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit in einem Gesamtvorhaben zusammenwirken zu lassen, sei zu unterstützen.

Projektleiter Dr. Bernd-Jürgen Seitz bestätigte den EU-Vertretern und dem in Freiburg ansässigen Monitoringteam der Astrale-Geie-Particip GmbH, dass mit Mitteln aus dem LIFE-Fördertopf nur Maßnahmen finanziert würden, die nicht aus den laufenden Haushalten des Landes, der Kreise oder der Kommunen zu finanzieren seien. Dank der EU-Unterstützung werde es möglich, effektive zusätzliche Aktionen in die Wege zu leiten. Spürbare Effekte für den Naturschutz seien teilweise schon abzusehen, teilweise für die Zukunft mit Gewissheit zu prognostizieren.

Das LIFE-Projekt (LIFE = L’Instrument Financier pour l’Environnement) sieht vor, dass auf einer Fläche von 6.350 Hektar rund um den Rohrhardsberg bis zum Oktober 2011 sowohl forst- und landwirtschaftliche Maßnahmen, umweltpädagogische Projekte und Lebensraumpflege zugunsten von Raufußhühnern und anderen Tier- und Pflanzenarten betrieben werden. Das Spannende am Rohrhardsberg-Projekt, sagt der externe Projektmanager Markus Mayer aus Schallstadt, ist die Kombination von Bewährtem mit experimentellen Ansätzen. Bei der Absicht, Freiflächen in den Waldbeständen zu schaffen, werde auch ausprobiert, ob mit kontrolliertem Feuereinsatz ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternativen zum traditionellen Holzschlagen in der Biotoppflege anwendbar sind.

Umweltpädagogische Konzepte, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem am Südosthang des Rohrhardsberges gelegenen Ochsenhof, werden von der Stiftung Naturschutzfonds beim baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vorangetrieben und mitfinanziert. Ziel ist es, Schulklassen und Jugendgruppen vor Ort einen spielerisch-informativen Zugang zur Schwarzwald-Natur zu verschaffen.

Das LIFE-Projekt sieht weitere zahlreiche Einzelmaßnahmen vor: Der Schwarzwaldverein wird einen Wanderführer für das Gebiet erstellen, die Gemeinde Simonswald renaturiert einen Abschnitt des Bachlaufes der Wilden Gutach in der Ortsmitte und das Institut für Forstbenutzung an der Universität Freiburg setzt ein Teilprojekt auf, das unter dem Motto Schützen durch Nützen die staatliche und private Forstwirte berät, wenn es um die gleichzeitige ökonomische und ökologische Ausrichtung des Waldbestandes geht.

Selbstverständlich ist es nicht, dass die Forstverwaltung, die Naturschutz-Organisationen und die Wissenschaftler Hand in Hand arbeiten. Hätten wir nicht jahrelange Erfahrung durch die seit 1990 bestehende Naturschutzkonzeption Rohrhardsberg und das Modellprojekt Rohrhardsberg, wären wir beim LIFE-Projekt nicht so schnell zusammengekommen, sagt Projektleiter Dr. Bernd-Jürgen Seitz. Weil durch die gute Zusammenarbeit ein Vertrauensverhältnis entstanden sei, habe man sich an das Großprojekt gewagt. Nun sei er auch optimistisch, für den Naturraum Schwarzwald im Zuge des Projektes für alle deutlich sichtbare Erfolge erzielen zu können.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Kategorien: | 2245 Abrufe