Startseite Termine Für Gäste Land-und Forstwirte Naturführer LIFE - NATURA 2000 Weidesysteme Auerhuhn Webcam Landkarte Naturerlebnis Schulen Feuereinsatz Panoramen Downloads Informationstafeln Auwälder an Fließgewässern Hofläden Zustiftung Spenden Wald Niederwälder Moore Borstgrasrasen Projektfilm


Je größer die Links,
umso mehr Artikel sind zu dem Thema vorhanden!


Termine - Was LIFEt am Rohrhardsberg?

Biotopverbund der Borstgrasrasen

Artenreiche Borstgrasrasen entwickelten sich auf nährstoff- und kalkarmen Böden unter dem Einfluss der bäuerlichen Landnutzung als Weiden und Wiesen. In Baden-Württemberg gibt es die Borstgrasrasen hauptsächlich in den Mittelgebirgen. Allerdings werden sie seltener. Grund: Durch die Düngung verändern sich die mageren Rasen in produktivere Fettweiden. Viele magere Weideflächen sind während des letzten Jahrhunderts auch durch Aufforstung oder natürliche Wiederbewaldung verloren gegangen. Der Schwarzwald ist eine von wenigen Regionen in Mitteleuropa, in denen Borstgrasrasen noch in guter Ausprägung und Vielfalt vorkommen. Häufige Kennarten sind z.B. Borstgras (Nardus stricta), Zweizahn (Danthonia decumbens), Harzer Labkraut (Galium saxatile), Arnika (Arnica montana), Kleines Habichtskraut und Öhrchen-Habichtskraut (Hieracium pilosella, H. lactucella). Charakteristisch ist der Lebensraumtyp auf den mit Bäumen, Gebüschen und Felsformationen durchsetzten Weidfeldern des Gebiets rund um den Rohrhardsberg.
Innerhalb des LIFE-Projektgebietes sind die Borstgrasrasen unterschiedlich ausgeprägt:

Borstgrasrasen sind wichtige Habitate für anspruchsvolle Vertreter der Wirbeltiere und Wirbellosen. Im beschriebenen Gebiet bieten sie Lebensraum für teilweise gefährdeten Vogelarten wie Ringdrossel, Zitronengirlitz sowie Wiesen- und Baumpieper. Aus der Gruppe der Heuschrecken und Tagfalter sind Gebirgsgrashüpfer (Stauroderus scalaris), der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus), der Kleine Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus), der Natterwurz-Perlmutterfalter (Clossiana titania), Mittlerer Perlmutterfalter (Argynnis niobe) und der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) zu nennen.
Mit 123 Hektar ist im LIFE-Gebiet ein umfangreicher Gesamtbestand an artenreichen Borstgras-Rasen. Eines der Hauptprobleme für ihren Fortbestand liegt in der geringen landwirtschaftlichen Produktivität und der oft extremen Steillage. Eine Nutzung für die Landwirtschaft funktioniert deshalb nur mit Hilfe finanzieller Zuschüsse für die Landschaftspflege.

Um isolierte Borstgrasrasen zu verbinden und zu erweitern, wurden trennende Gehölzbereiche gerodet und zugewachsene Flächen entbuscht. Wenn die neu geöffneten Flächen in die Beweidung einbezogen werden, können die verdrängten Pflanzenarten schnell wieder einwandern. Der Adlerfarn ist für die Weidetiere giftig und reduziert mit seinen unduldsamen Herden die Artenvielfalt auf den Weiden. Die Maßnahmen um ihn zurückzudrängen, zeigten im dritten Jahr erste Erfolge.
Der Biotopverbund der Borstgrasrasen wurde auf über 20 Hektar verwirklicht. Insgesamt sind zehn landwirtschaftliche Betriebe und ein Lohnunternehmer in die Maßnahme involviert.
Der agrarstrukturelle Wandel im Projektgebiet hat dramatische Ausmaße angenommen und die Viehhaltung geht immer mehr zurück. Im Gebiet ist das Vorderwäldervieh heimisch. Pferde, Schafe und andere Rinderrassen grasen ebenfalls auf den Weiden. Informationen zur Ziegenbeweidung finden Sie unter Weidesysteme.

(aus: PEPL Rohrhardsberg gekürzt)
Dr. Florian Wagner



[nach oben]

Dieser Artikel gehört zu folgenden Kategorien: Borstgrasrasen, Land-und Forstwirte | 9973 Abrufe