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Biotopverbund der Borstgrasrasen

Artenreiche Borstgrasrasen entwickelten sich auf nährstoff- und kalkarmen Böden unter dem Einfluss bäuerlichen Landnutzung als Weiden und Wiesen. In Baden-Württemberg gibt es die Borstgrasrasen hauptsächlich in den Mittelgebirgen. Allerdings werden sie seltener. Grund: Durch die Düngung verändern sich die mageren Rasen in produktivere Fettweiden. Viele magere Weideflächen sind während des letzten Jahrhunderts auch durch Aufforstung oder natürliche Wiederbewaldung verloren gegangen. Der Schwarzwald ist eine von wenigen Regionen in Mitteleuropa, in denen Borstgrasrasen noch in guter Ausprägung und Vielfalt vorkommen. Häufige Kennarten sind z.B. Borstgras (Nardus stricta), Zweizahn (Danthonia decumbens), Harzer Labkraut (Galium saxatile), Arnika (Arnica montana), Kleines Habichtskraut und Öhrchen-Habichtskraut (Hieracium pilosella, H. lactucella). Charakteristisch ist der Lebensraumtyp auf den mit Bäumen, Gebüschen und Felsformationen durchsetzten Weidfeldern des Gebiets rund um den Rohrhardsberg.
Innerhalb des Life-Projektgebietes sind die Borstgrasrasen unterschiedlich ausgeprägt:

Borstgrasrasen sind wichtige Habitate für anspruchsvolle Vertreter der Wirbeltiere und Wirbellosen. Im beschriebenen Gebiet bieten sie Lebensraum für teilweise gefährdeten Vogelarten wie Ringdrossel, Zitronengirlitz sowie Wiesen- und Baumpieper. Aus der Gruppe der Heuschrecken und Tagfalter sind Gebirgsgrashüpfer (Stauroderus scalaris), der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus), der Kleine Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus), der Natterwurz-Perlmutterfalter (Clossiana titania), Mittlerer Perlmutterfalter (Argynnis niobe) und der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) zu nennen.
Mit 123 Hektar ist im Life-Gebiet ein umfangreicher Gesamtbestand an artenreichen Borstgras-Rasen. Eines der Hauptprobleme für ihren Fortbestand liegt in der geringen landwirtschaftlichen Produktivität und der oft extremen Steillage. Eine Nutzung für die Landwirtschaft funktioniert deshalb nur mit Hilfe finanzieller Zuschüsse für die Landschaftspflege.

Im Zuge des Life-Projektes sollen bestehende Borstgrasrasen miteinander vernetzt und erweitert werden. Auch wird an geeigneten Standorten versucht, Borstgrasrasen wieder neu zu entwickeln. Dabei wird eine enge Kooperation mit den Landwirten vor Ort angestrebt. Ihre Vorstellungen und Möglichkeiten fließen in die Maßnahmen ein.

(aus: PEPL Rohrhardsberg gekürzt)
Dr. Florian Wagner

— Burgert · 3. September 2007, 15:49

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