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Schulungen zur Erhöhung der Artenvielfalt im Wald

Der Schwarzwald ist Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter das Auerhuhn und das Haselhuhn. Als einzigartiger Naturraum mit hoher Biodiversität ist er von großer Bedeutung in Mitteleuropa. Die Bedeutung, die der Schwarzwald hat, erfordert die Schaffung und den Erhalt von ausreichend großen Waldlebensräumen. Nur wenn vielfältige Strukturen gewährleistet sind, können sich Lebensgemeinschaften entwickeln, die langfristig in ihrer Vielfalt erhalten werden können.

Förster, Waldarbeiter und Waldbesitzer spielen hierbei eine wichtige Rolle. In ihrem Zusammenwirken ist es möglich verschiedene Habitate zu pflegen, zu erhalten und neu zu schaffen. Am Rohrhardsberg wurden im Rahmen des LIFE-Projektes Flächen ausgewählt, auf denen beispielhaft eine naturnahe Waldbewirtschaftung praktiziert wird, die Naturschutzziele in besonderem Maße integriert. Dabei wird die Habitatpflege zugunsten ausgewählter Tier- und Pflanzenarten (z.B. Auerhuhn, Haselhuhn) in die Waldbewirtschaftung als wesentlicher Bestandteil aufgenommen. Im Ergebnis sind Flächen zu sehen, die exemplarisch sein können für den kontinuierlichen Ausbau der Pflegemaßnahmen in anderen auerhuhnrelevanten Gebieten des Schwarzwaldes.

Für einen kontinuierlichen Ausbau der Pflegemaßnahmen müssen sehr viele Akteure gewonnen und geschult werden. Die Umsetzung des „Aktionsplanes Auerhuhn im Schwarzwald“ (Grundlagen hierfür
siehe www.fva-bw.de) wird entscheidend durch das Engagement und die Motivation der Waldbewirtschafter geprägt. Im Rahmen des LIFE-Projektes „Rohrhardsberg, Obere Elz und Wilde Gutach“ werden Fortbildungen angeboten, um Spezialisten der Praxis der Waldbewirtschaftung fortzubilden. Der Wissenstransfer ist notwendig, um im gesamten Schwarzwald auf Fachleute zurückgreifen zu können, die vor Ort Förstern, Waldarbeitern und Waldbesitzern mit geeigneten Ratschlägen zur Verfügung stehen.

Die Schulungen richten sich an Revierleiter, Waldarbeiter und Privatwaldbesitzer. Ihnen wird vermittelt, welche Habitatstrukturen das Auerhuhn benötigt und wie die Habitatpflege mit dem Ziel einer Erhöhung der Artenvielfalt in der Praxis funktioniert. Daneben werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Maßnahmen möglichst kosteneffizient bzw. kostenneutral (Holzerlös) in die moderne naturnahe Waldwirtschaft zu integrieren sind. Mit den Schulungen sollen Multiplikatoren gewonnen werden, die mithelfen, die Verantwortlichen und Beteiligten für das Thema zu sensibilisieren.

Inhalt weiterer Schulungen ist das Erkennen und Schützen von Habitatbäumen, die Brutstätten – und damit existenziell – für Eulen- und Spechtarten sind. Im Rahmen des Unterrichts werden Biologie und Habitatansprüche der entsprechenden Vogelarten behandelt. Es wird herausgearbeitet, welche Maßnahmen zum Schutz von Habitatbäumen sich in der Praxis bewährt haben, wo Probleme liegen und welche Möglichkeiten sich mit forstlichen Eingriffen bieten.

Judith Ehrlacher
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

— Burgert · 3. September 2007, 15:56

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