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Gehölzreduktion in Moorbereichen

Im westlichen Teil des Projektgebietes am Rohrhardsberg gibt es wegen der Steilheit nur wenige Moore. Anders sieht es im östlichen Teil aus. Dort, wo die Landschaft etwas ebener wird, beispielsweise im oberen Elztal, gibt es zahlreiche Feucht- und Moorlebensräume. Ihre Bindeglieder sind Flächen mit Borstgrasrasen. Diese Areale werden traditionell in die Beweidung mit einbezogen.

Problematisch dabei: Wenn die Viehbestände der heimischen Landwirte zurückgehen, werden diese Standorte zuerst aufgegeben. Die Folgen sind offensichtlich. Entweder wachsen die Flächen zu oder sie werden aufgeforstet. Weil damit die beschatteten Areale größer werden und dem Boden Wasser entzogen wird, verändert sich der Bestand an Tier- und Pflanzenarten. Die Artenvielfalt geht verloren.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wird im Rahmen des LIFE-Projektes eingegriffen. Auf einer Fläche von insgesamt rund 17 Hektar sollen selbst aufgewachsene oder gepflanzte Gehölze wieder zurückgedrängt werden. Wo es möglich und sinnvoll ist, werden die entsprechenden Gebiete wieder in die Beweidung mit einbezogen.

Untersuchungen aus dem Alpenvorland zeigen, dass solche Maßnahmen erfolgreich sind. Die Artenvielfalt der Moore lässt sich erheblich steigern. Ein Profiteur ist zum Beispiel der Hochmoorgelbling. Der stark gefährdete Schmetterling ist Nutznießer einer extensiven Beweidung der Moor-Randbereiche.Im Projektgebiet sind zahlreiche Moore. Die geologischen Bedingungen bieten vielen Tier- und Pfanzenarten einen einzigartigen Lebensraum. Möglich wird das, weil das geologische Spektrum von sehr sauren, nährstoffarmen Bedingungen bis hin zu basenreichen Standorten und nährstoffarmen Niedermooren reicht.

Moore brauchen lange für ihre Entwicklung. In der Vergangenheit verschwanden durch die Intensivierung der Nutzung viele Moore, deshalb kommt den noch vorhandenen Feuchtgebieten eine besondere Bedeutung zu.

Im Rahmen des LIFE-Projektes werden auf den vorhandenen, teilweise geschädigten (beispielsweise durch Torfabbau) Moorkomplexen, die in der Zwischenzeit gewachsenen Fichten entnommen. Hierdurch kann eine weitere Verschlechterung durch Beschattung, Wasserentzug und Mineralisierungseffekte bei den Moorflächen vermieden werden.

Gleichzeitig wird die Verzahnung mit den oft angrenzenden Borstgrasrasen verbessert. Bei Übergangsmooren können Teilflächen in angrenzende Weiden integriert werden und so langfristig die Offenhalt sichergestellt werden.

Johannes von Stemm
Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis
Forstamt Betriebsstelle Schwarzwald

Dr. Bernd-Jürgen Seitz
Regierungspräsidium Freiburg
Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege

— Burgert · 3. September 2007, 15:52

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