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Erhalt und Pflege von Niederwäldern

Im Gebiet um den Rohrhardsberg (Südschwarzwald) finden sich zahlreiche Niederwald-Flächen oder Areale mit niederwaldigen Strukturen. Sogenannte Weidfelder bieten dank ihrer vielfältigen Struktur unterschiedlichen Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten Heimat. Zu verdanken ist dies unter anderem der jahrzehntelangen Nutzung der Wälder. Weil die Flächen bewirtschaftet worden sind, konnte der Artenreichtum erhalten werden.
Heute geht die Waldnutzung in diesen Gebieten stark zurück. Weil das Gelände zumeist unwegsam ist, lohnt sich die Bewirtschaftung kaum noch. Die Wälder verlieren ihre typischen Eigenschaften. Die Ökologie und das charakteristische Aussehen gehen verloren. Der Lebensraum zum Teil seltener Tier- und Pflanzenarten verschwindet.
Parallel läuft eine andere Entwicklung: Da Öl- und Gaspreise klettern, steigt auch die Nachfrage nach Biomasse, insbesondere Holz, als Energieträger. Gerade unter Umweltaspekten ist Holz wieder zu einem wirtschaftlich interessanten Brennstoff geworden. Holz brennt CO2-neutral. Das heißt, dass der Energieträger beim Verbrennen nur so viel Kohlendioxid abgibt, wie er in seiner Wachstumsphase aufgenommen hat. Gleichzeitig ist Holz bei einer nachhaltigen Verwendung zeitlich unbegrenzt verfügbar.
Ziel des Projektes am Rohrhardsberg ist es, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, wie die artengerechte Niederwaldpflege einhergehen kann mit der Nutzung des Biomassepotenzials. Nach entsprechenden Studien wird es möglich sein zu erkennen, wie Niederwälder-Gebiete bewirtschaftet werden müssen, um sowohl einen ökonomisch sinnvollen Holzertrag zu erzielen und gleichzeitig den Lebensraum für die bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.
Bisher wurden Naturschutz- und Pflegemaßnahmen in Niederwald-Arealen mit Mitteln der öffentlichen Hand finanziert. Arbeits- und kostenintensive Maßnahmen konnten sich aufgrund der knappen zur Verfügung stehenden Mittel nur auf kleine und wenige Gebiete erstrecken. Im Zuge der Kombination aus Niederwald-Pflege und Biomasse-Nutzung im Rahmen des Life-Projektes wird unter optimalen Bedingungen eine In-sich-Finanzierung erreicht. Die Biomasse, die bei naturschutzfachlichen Eingriffen zur Waldpflege anfällt, wird zu Hackschnitzel verarbeitet. Deren Verwertung in privaten Heizanlagen oder Biomasse-Heizkraftwerken in der Region wird mindestens eine Teilfinanzierung ermöglichen. Das ist eine im Sinne der Agenda 21 klimafreundlichen Erzeugung von Wärme und Strom.

Bisher existieren nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen, wie eine derartige Maßnahme sowohl unter naturschutzfachlichen, als auch unter technischen und logistischen Gesichtspunk-ten durchzuführen wäre.

Am Rohrhardsberg wird deshalb auf den ausgewählten Niederwaldflächen zuerst das konkrete Biomasse-potential ermittelt. Zeit-, Leistungs- und Kostenstudien unterschiedlicher Bereitstellungsverfahren werden auf ihre Eignung hin untersucht. Die daraus resultierenden konkreten Fallbeispiele werden allgemeine Schlussfolgerungen zulassen.

— Burgert · 3. September 2007, 15:54

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